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13.10.2017, 08:23 Uhr | AZ Mainz/Helena Sender-Petry
Neue Landrätin Dorothea Schäfer will zunächst alle 1200 Kreismitarbeiter kennenlernen
AZ Mainz vom 13.10.2017
Alles (fast) wie immer, Akten stapeln sich auf dem Schreibtisch, Gespräche werden geführt, Abläufe besprochen: Es ist Tag zwölf nach Amtsantritt, Dorothea Schäfer, die neue Landrätin, tickt längst im Rhythmus dieser großen Kreisverwaltung. Hier und da stehen kleine Geschenke, etwa zwei Elefanten, ein Strauß mit guten Wünschen, auf kleine Papierwölkchen geschrieben, oder ein Glückswürfel auf der Fensterbank. Das Büro ist unverändert – bis auf den feuerroten Stuhl mit der imposanten, sehr hohen Rückenlehne.
Landrätin Dorothea Schäfer tickt längst im Rhythmus der Kreisverwaltung. Foto: Thomas Schmidt
"Der ist gar nicht neu", lacht Schäfer verschmitzt. Auf diesem Stuhl saß sie bereits als Beigeordnete, seit der Kommunalwahl 2014, als die damalige Koalition aus CDU, FWG und FDP ihre Mehrheit im Kreistag und somit auch Schäfer ihr Ehrenamt verlor, "stand er so rum". Ihre Mitarbeiterin im Vorzimmer sorgte dafür, dass das rote Prachtstück pünktlich zum 1. Oktober sitzbereit positioniert war, ein "Farbklecks" in einem sonst recht nüchternen Raum. Umgestalten? Neue Farbe an die Wände? "Da habe ich im Augenblick ganz andere, wichtigere Sachen zu erledigen." Wie es ihre Art ist, setzt sie Prioritäten, kümmert sich aktuell intensiv darum, ihre rund 1200 Mitarbeiter kennenzulernen, denn: "Es gab und gibt viel Gesprächsbedarf." Dass sie umgehend ein neues Team in ihrem engsten Umfeld bilden wird – vom Vorzimmer über Pressestelle und Büroleitung bis hin zum persönlichen Fahrdienst –, betrachtet Schäfer als "einen normalen Vorgang".
 
Den Gerüchten, dass es Stimmen gegeben haben soll, die ihr geraten hätten, alles beim Alten zu lassen, tritt sie entschieden entgegen. "Ich habe und werde kein Personal auf Teufel komm raus austauschen", sagt sie mit Nachdruck im AZ-Gespräch. Und weiter: "Die Mitarbeiter wissen, dass es nicht so ist." Man begegne ihr mit Vertrauen und Respekt. Und misstrauisch, auch das wird ihr nach Informationen dieser Zeitung hinter vorgehaltener Hand unterstellt, "bin ich definitiv nicht".
 
Gerade ist die Landrätin auf Landkreistour, besucht die Verbandsgemeinden und Städte, will erfahren, wo der Schuh drückt und welche Hilfestellungen die Kreisverwaltung, die sie als Dienstleister für die Kommunen versteht, bieten kann. "Diese Gespräche sollen vertrauensbildend wirken. Denn ich betrachte die Kommunen als wichtige Partner." Doch ihr Blick richtet sich auch weit über die Kreisgrenzen hinaus, so ist Schäfer am heutigen Freitag zunächst bei dem Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling zu Gast, Besuche in Worms und den Landkreisen Bad Kreuznach, Alzey-Worms und Rhein-Hunsrück sind terminiert. Die neue Landrätin will ein engmaschiges Netzwerk auf kommunaler Ebene knüpfen, denn "alle sind potenzielle Kooperationspartner".
 
Ganz oben auf ihrer Agenda ist der Wohnungsbau verortet. Allerdings teilt sie die Meinung des SPD-Kreisvorsitzenden Salvatore Barbaro nicht, das Nein der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion zu einer Kreiswohnungsbaugesellschaft sei zum Beispiel durch eine Änderung der Landkreisordnung auszuhebeln (die AZ berichtete). "Als Staatssekretär sollte er eigentlich wissen, wie die gesetzlichen Vorgaben sind", kontert sie den Genossen. Nun gelte es zu prüfen, auf welche Art und Weise bezahlbarer Wohnraum realisiert werden könne. "Wir müssen die Kommunen in dieser Sache aus der Kreisverwaltung heraus mehr unterstützen als bisher." Auch in den anstehenden Haushaltsberatungen sei der Wohnungsbau ein wichtiges Thema.

 
Die Artikelverlinkung erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Verlagsgruppe Rhein Main Gmbh & Co. KG