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17.03.2017, 17:33 Uhr | Beate Nietzel
„Moderner Weitblick fehlt“
AZ vom 15.03.2017
 BÜRGEL Bodenheimer CDU kritisiert Planung für Gewerbefläche an der Langen Ruthe

BODENHEIM - Mahnen und warnen will die Bodenheimer CDU, geht es um die Sportstättenplanung der Gemeinde. „Wir denken, dass denen, die es betrifft, nicht wirklich bewusst ist, wie endgültig jetzt Fakten geschaffen werden sollen“, sorgen sich die Ortsverbandsvorsitzende Heike Hermes und ihr Stellvertreter Wolfgang Kirch, zugleich Sprecher der CDU-Ratsfraktion, im Pressegespräch mit dieser Zeitung. Wobei sie gleichzeitig unterstreichen, dass sie unbedingt den Bau von Sportstätten am „Bürgel“ begrüßen und keinesfalls blockieren wollten.

Bodenheim -  „Tür für Gesamtkonzept wird zugeschlagen“

Allerdings befürchten die Christdemokraten, dass durch die nunmehr zum Beschluss anstehende Planung, nur einen Teil der Sportstätten am Bürgel zu errichten und gleichzeitig Sport- und Festhalle sowie Sportplatz am Guckenberg zu ertüchtigen und so für weitere zehn Jahre nutzbar zu erhalten, die Tür für ein Gesamtkonzept zugeschlagen wird – nämlich indem parallel die verbleibende Fläche am Bürgel entlang der Langen Ruthe als Gewerbefläche vermarktet werden soll.

„Da wir als Opposition in den Gremien keine Chance haben“, verweisen Wolfgang Kirch und Heike Hermes auf die absolute SPD-Mehrheit im Gemeinderat, wolle man die Verantwortungsträger auf anderen Wegen dringend zum nochmaligen Nachdenken ermuntern: „Wir würden gern Sportler und Bürger darauf hinweisen, was passiert, wenn durch ein Gewerbegebiet die Pflöcke unwiderruflich eingeschlagen werden“, warnen die beiden Ortspolitiker – denn: „Vom Guckenberg geht es dann nicht mehr weg“, und das bei jetzt schon eingeschränkten Nutzungsbedingungen in Sachen Lärm.

Für schrittweise Entwicklung

Die Planungen sehen derzeit vor, dass am Bürgel eine Sporthalle, eine Ballsporthalle und eine Freifläche für Leichtathletik entstehen. Anders als das „Sportkonzept 2000“, das noch zu Zeiten der CDU-Mehrheit unter dem Motto „groß denken“ ein komplett am Bürgel zu bauendes Ensemble aus drei Hallen, zwei Fußballplätzen und einer Leichtathletik-Anlage vorsah – was allerdings eine teure Vergabe nach EU-Recht erfordert hätte. Die Alternative der Verwaltung, bei Engpässen baulich an der Harle aktiv zu werden, betrachten die beiden überaus skeptisch: „Der Privateigentümer blockiert.“

„Es geht um Lebensqualität“, ist Heike Hermes überzeugt, dass „wir mit Blick auf die Ansiedlung junger Familien mehr Sportstätten benötigen.“ Im Umkehrschluss bedauern die Christdemokraten, dass der „moderne Weitblick“ fehle. Dieser könnte nämlich beinhalten, dass man auf die vorschnelle Entwicklung des Gewerbegebietes – wo zudem noch nicht alle Grundstücke zur Verfügung stünden – verzichte und den Bürgel schrittweise entwickle, gegebenenfalls auch unter Zuhilfenahme derzeit günstiger Kredite: „Damit könnte sich der Entscheidungshorizont noch hinausschieben“, so Kirch. Überhaupt sei fraglich, ob die Vermarktung des vorgelagerten Gewerbegebietes zur Finanzierung der Sportstätten am Bürgel den angepeilten Erlös erbringe. Fazit: „Man könnte Letzteres noch fünf bis zehn Jahre schieben, ohne dass die Gemeinde Schaden nimmt.“

Die Artikelverlinkung erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Verlagsgruppe Rhein Main Gmbh & Co. KG