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09.05.2017, 09:29 Uhr
Interview mit Dorothea Schäfer zur Landratswahl
Die wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger des Landkreises Mainz-Bingen können am Sonntag, den 11. Juni 2017 eine neue Landrätin wählen. Die CDU Ingelheim traf sich dazu mit der Kandidatin Dorothea Schäfer und sprach darüber, was sie persönlich bewegt un
Als erfahrene Landtagsabgeordnete und CDU-Kreistagsfraktionsvorsitzende sind Sie uns bereits gut bekannt. Ihr langjähriger, engagierter Einsatz für Land und Landkreis wird überall anerkannt. Sie sind für Ihre politische und persönliche Integrität und Glaubwürdigkeit bekannt. Sie haben Ihre Qualifikationen auch außerhalb der Politik bewiesen, sei es als ehemalige Lehrbeauftragte an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz oder als Wissenschaftliche Assistentin an der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz, sei es als mehrfache Deutsche Meisterin und Weltcupsiegerin im Sportschießen oder auch privat als Ehefrau und Mutter. Sie sind hier geboren und Sie leben mit uns im Landkreis Mainz-Bingen. Jetzt wollen Sie unsere Landrätin werden. Ist die Wahl nur noch reine Formsache?
 
(Lacht) Das wäre schön. Aber nein, das wird sicherlich ein hartes Stück Arbeit. Natürlich erhoffe ich mir, dass ich den verantwortungsvollen Auftrag als Landrätin für die nächsten 8 Jahre erhalte. Ich bin auch optimistisch, dass es klappt, da ich von vielen sehr positive Rückmeldungen erhalte. Gut wäre es auch, wenn viele Wählerinnen und Wähler die Chance nutzen, ihre Landrätin mitbestimmen zu können und wählen gehen.
 
Was sind denn Ihre zentralen Anliegen, wenn Sie für die nächsten 8 Jahre zur Landrätin gewählt werden?
 
Im Vordergrund von Denken und Handeln in der Führungsspitze der Kreisverwaltung müssen immer die Bürgerinnen und Bürger stehen. Politik darf kein Selbstzweck sein. Für mich sind die zentralen Fragen: Wie wollen die Menschen in unserem Landkreis leben? Welche Bedürfnisse haben sie? Was kann eine Kreisverwaltung tun, um dafür zu sorgen, dass das, was notwendig ist, bei ihnen auch ankommt?
 
Meine Antworten darauf sind auch meine thematischen Schwerpunkte. Ich trete ein für bezahlbaren Wohnraum und eine gute Verkehrsinfrastruktur. Damit und mit passender Kinderbetreuung sowie guten Schulen mit unterschiedlichen Schwerpunkten machen wir unseren Landkreis attraktiver – auch für Unternehmen, die sich hier ansiedeln wollen und mehr wohnortnahe Arbeitsplätze ermöglichen. Ganz wichtig sind mir die Förderung des Ehrenamts und die Unterstützung der Vereine, die für den Zusammenhalt in unserer Gemeinschaft eine unverzichtbare Rolle spielen.
 
Und natürlich trete ich für den Ausbau der Barrierefreiheit ein. Dabei ist mir wichtig, die Belange von Menschen mit Behinderungen zu stärken. Ziel ist auch, dass Ältere möglichst lange selbstbestimmt und selbstständig in ihrem gewohnten Lebensumfeld leben können.
 
Ich konnte in der Vergangenheit bereits einiges für die Bürgerinnen und Bürger im Landkreis erreichen. So habe ich als Kreisbeigeordnete die Themen Familienlandkreis, Demografie-Atlas, Demografie-Förderprogramm, Unterstützung ehrenamtlich Tätiger, u.a. für die Betreuung von Asylbewerbern, Jugendarbeit und ein Sportprogramm auf den Weg gebracht. Doch es gibt noch viel zu tun.
 
 
 
Wie stehen Sie zum Thema Rheinbrücken?
 
Nicht erst seit dem Verkehrschaos durch die Sperrung der Schiersteiner Brücke ist bekannt, dass es in der Region zu erheblichen Verkehrsbehinderungen kommt, die Pendler und Gewerbetreibende rund um Mainz täglich zu spüren bekommen.
 
 
 
Gerade vor diesem Hintergrund sind zusätzliche Rheinquerungen bei Bingen/Ingelheim und Nierstein/Eich dringend erforderlich, so wie sie auch im Regionalen Raumordnungsplan Rheinhessen-Nahe festgeschrieben sind. Sie würden nicht nur das hohe Verkehrsaufkommen entzerren und die Erreichbarkeit der Arbeitsplätze links und rechts des Rheins verbessern, sondern hätten auch positive Auswirkungen auf die regionale Wirtschaft und auf den Tourismus.
 
 
 
Was halten Sie von einem Ausbau der Rheinwelle mit finanzieller Unterstützung des Kreises?
 
Der Landkreis als Träger von Schulen sollte sich hier stärker engagieren. Es ist ernsthaft darüber nachzudenken, wie sich künftig auch der Landkreis finanziell beim Regionalbad Rheinwelle einbringen kann – gerade mit Blick auf den Schul- und Vereinssport. Kinder müssen die Möglichkeit haben, schwimmen zu lernen. Wir wissen, dass die Kapazitäten von Sportanlagen generell, aber insbesondere auch von Schwimmbädern ausgereizt sind. Der Landkreis kann und soll hier die Kommunen und Sportvereine stärker unterstützen.
 
 
 
Wie stehen Sie zum Erhalt des Ingelheimer Krankenhauses?
 
Der Fortbestand des Ingelheimer Krankenhauses ist für die Ingelheimerinnen und Ingelheimer, aber auch für die Region wichtig. Mir geht es besonders darum, dass die wohnortnahe medizinische Versorgung am Standort Ingelheim erhalten bleibt, ohne dabei andere Standorte zu benachteiligen. Ganz wesentlich ist dabei, dass ein nachhaltiges, aber auch finanzierbares Konzept für das Haus auf den Weg gebracht wird. Für ein langfristig tragfähiges Konzept ist eine abgestimmte Lösung eine unabdingbare Voraussetzung.
 
 
 
Wo sehen Sie Handlungsbedarf bei der Verkehrsinfrastruktur im Kreis Mainz-Bingen?
 
Da gibt es erhebliche Defizite. Das Land sieht sich seit Jahren nicht einmal mehr in der Lage, seinen Anteil am Bau oder an der Sanierung von Kreisstraßen zu leisten. Das geht klar zu Lasten der Verkehrsteilnehmer/innen in Mainz-Bingen. Hier muss sich etwas ändern! Die rot-grüne Ausgabenpolitik ist jetzt bereits mehrfach gescheitert und auch der Verkehrsetat der aktuellen Ampelkoalition wird, was Erhaltung und Neubau von Landesstraßen betrifft, nicht zu der dringend notwendigen Verbesserung unserer Verkehrsinfrastruktur beitragen. Es nützt der Umwelt nicht, wenn viele Pendler Tag für Tag im Stau stehen. Wer auf dem Weg zur Arbeit Staus und Umwege in Kauf nehmen muss, erfährt einen Verlust der Lebensqualität.
 
Wichtig ist der Ausbau der Straßen für den Individualverkehr, des öffentlichen Personennahverkehrs sowie des Radwegenetzes.
 
 
 
Welche Erfahrungen bringen Sie im Kreis bereits mit, die Ihre Konkurrenten nicht haben?
 
Ich bin seit 12 Jahren im Kreistag aktiv und kenne den Landkreis sehr gut aus meiner nunmehr fast 15-jährigen Tätigkeit als Landtagsabgeordnete. Für mich war es immer wichtig, bei meiner landespolitischen Arbeit auch im Ehrenamt auf der örtlichen Ebene weiter verortet zu sein: also im Gemeinderat in meiner Heimatgemeinde Gau-Bischofsheim und im Kreistag. In den Jahren 2012-1014 konnte ich als ehrenamtliche Kreisbeigeordnete mit Geschäftsbereich Jugend und Soziales sowie Sport wertvolle Erfahrungen in der Verwaltungsarbeit sammeln. Ich kenne die Verwaltung mit ihren engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Ich weiß, was sie leisten. Und ich habe die Kreisverwaltung als Dienstleister für die Bürgerinnen und Bürger wie für die Kommunen kennengelernt.
 
 
 
Sie sind bereits unsere mit Direktmandat gewählte Landtagsabgeordnete. Was treibt Sie an, stattdessen Landrätin zu werden?
 
Mir hat die Arbeit als Landtagsabgeordnete sehr viel Freude bereitet und das tut es noch. Vieles habe ich erreicht. Auf manches bin ich stolz: z.B. auf den Erfolg, heute kleinere Klassen an Grundschulen zu haben. In all den Jahren habe ich mich aber immer auch gleichzeitig in der Kommunalpolitik engagiert. Was mich an der Arbeit als Landrätin reizt, ist der Umstand, dass man an der Verwaltungsspitze im Kreis noch mehr Gestaltungsmöglichkeiten hat und noch näher an den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger dran ist. Ich habe viele Pläne und gute Ideen, die ich gerne gemeinsam mit den Kreistagsfraktionen umsetzen möchte. Vor allem die Arbeit als ehemalige Kreisbeigeordnete hat mir große Freude gemacht. Vielen, die sich an mich gewandt haben, habe ich konkret helfen können. Viele gute Strukturen habe ich gemeinsam mit den Mitarbeiter/innen auf den Weg bringen können –  und ich würde daran gerne weiterarbeiten. Deshalb habe ich "ja" gesagt, als ich gefragt wurde, ob ich als Landrätin kandidieren möchte.
 
 
 
Was wird aus dem Landtagsmandat, wenn Sie Landrätin geworden sind? Wer folgt Ihnen nach?
 
Im Falle einer Wahl als Landrätin werde ich mein Landtagsmandat aufgeben. Automatisch rückt dann mein B-Kandidat, Thomas Barth, Ortsbürgermeister in Stadecken-Elsheim, für mich in den Landtag nach. Er wird, da bin ich ganz sicher, ebenso wie ich mit Herzblut für die Interessen der Bürgerinnen und Bürger eintreten.
 
 
 
Was wünschen Sie sich von den Wählerinnen und Wählern?
 
Dass sie meine langjährige Erfahrung und mein Engagement für alle Menschen in unserem Landkreis bei ihrer Wahlentscheidung honorieren. Meine Projekte und Ideen sind für alle transparent. Ich besuche regelmäßig unsere Gemeinden und Städte und bin vor Ort Ansprechpartnerin. Über meine Internetseite www.dorothea-schaefer.de sowie meine Facebook-Seite können auch die Leserinnen und Leser ganz konkret meine politische Arbeit und Pläne verfolgen und mir ihre Wünsche und Sorgen mitteilen.
 
 
 
(Das Interview führte Andreas Ritz, Schriftführer im Vorstand der CDU Ingelheim.)

www.dorotheaschaefer.de