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10.11.2015, 06:42 Uhr | Kathrin Damwitz
Ortsrandstraße erhält grünes Licht
AZ vom 10.11.2015

Ortsbürgermeister Thomas Becker-Theilig (SPD) spricht von einem „Jahrhundertwerk“, Bürgermeister Dr. Robert Scheurer (CDU) sieht eine „epochale Entscheidung“: Die Bodenheimer Ortsrandstraße, lange ersehnt und im Sommer vorerst vom Landesrechnungshof gestoppt (die AZ berichtete), kann nun doch gebaut werden. Am Mittwoch schon werden die Bauarbeiten für die 1,3 Kilometer lange Trasse ausgeschrieben, für die Baukosten von 2,8 Millionen Euro veranschlagt sind. Das Land hat einen Zuschuss von 1,55 Millionen Euro avisiert, den Rest trägt die Ortsgemeinde. Kalkuliert wird mit einer Bauzeit von einem Jahr. „Mir ist eine Zentnerlast von den Schultern gefallen“, bekannte am Montag Thomas Becker- Theilig. Vertreter des Innen- und Infrastrukturministeriums hatten in Gesprächen mit dem Landesrechnungshof in Speyer erreicht, dass dieser seine Haltung überdachte und von der Einschätzung abrückte, es handele sich um eine Landesstraße, weil eine Anbindung an das überörtliche Verkehrsnetz, sprich die L 413 Richtung Gau-Bischofsheim, vorgenommen werde. Die ursprünglichen Planungen, die nun wieder vollends gelten, basierten auf der Annahme, dass es sich um eine gemeindliche Straße handelt, die die Neubaugebiete Kapelle/Ahlen/Leidhecke erschließt. Auch zur dringend notwendigen Entlastung des Ortskerns und im Rahmen der Friedhofserweiterung war die Ortsrandstraße schon vor drei Jahrzehnten konzipiert worden. 

Bild: Reinhold Franz

„Im Schulterschluss mit der Verbandsgemeinde und Kommunal- und Landespolitikern haben wir erreicht, dass die Straße nun doch gebaut werden kann. Unsere Beharrlichkeit hat sich ausgezahlt“, bilanzierte ein erleichterter Thomas Becker-Theilig. Nun könne auch das Verkehrskonzept für den ruhenden und fließenden Verkehr in Bodenheim auf den Weg gebracht werden. Hier gelte es, Entwicklungspotenziale auszuloten, festzulegen, wo beispielsweise Quartierparkplätze oder Einbahnstraßenregelungen angebracht wären. Robert Scheurer ergänzte, die Ortsrandstraße füge sich in die Verkehrsentwicklungs- planung der VG ein. Das Vorhaben befindet sich seit 30 Jahren in Planung. Grunderwerbs- und Planungskosten in siebenstelliger Höhe sind bereits angefallen. Für die Talvariante, die nun realisiert wird, musste sich die Gemeinde unter anderem mit 53 Grundstückseigentümern einigen, Ausgleichsflächen erwerben, Zauneidechsen umsiedeln. Ein Jahr ist nun ins Land gegangen, ohne dass die Bagger anrückten, obwohl schon 2014 Baubeginn hätte sein können. Das Baurecht lag im Dezember 2013 vor, ein Jahr Einspruchsfrist wartete die Ge- meinde ab.

Erfreut zeigte sich auch die Landtagsabgeordnete Dorothea Schäfer (CDU) darüber, dass der vorzeitige Baubeginn der Ortsrandstraße Bodenheim genehmigt ist. „Die Nachricht aus dem Innenministerium ist für alle Betroffenen ein wichtiges Signal, dass die Realisierung der Baumaßnahme in die Wege geleitet werden kann“, so die Unionspolitikerin, die sich mit einer parlamentarischen Anfrage an die Landesregierung sowie persönlich beim Innenminister für eine Lösung stark gemacht hatte.

Finale Klärungsphase

In der finalen Klärungsphase mit dem Kreisbauamt ist übrigens die im Neubaugebiet „Leidhecke“ notwendige Bebauungsplanänderung. Vereinzelt war es dort zu Problemen wegen des Bezugspunktes zur Ermittlung der festgelegten Trauf- und Firsthöhe für die zulässige zweigeschossige Bebauung gekommen. Einige Baugrundstücke im welligen Gelän- de liegen, anders als im Bebauungsplan vorgesehen, unter dem fertigen Straßenniveau. 

Kommentar
Dieter Oberhollenzer
Zur Ortsrandstraße
 

Alternativlos

Ein Scheitern des Millionenprojekts hätte sich das Land im Vorfeld der Landtagswahl im Frühjahr 2016 auf keinen Fall leisten können. Glück für die Bodenheimer, dass nach langem Hin und Her zwischen Infrastrukturministerium und Landesrechnungshof dem Bau der seit vielen Jahren diskutierten und bis ins kleinste Detail geplanten Ortsrandstraße endlich nichts mehr im Wege steht. Es gibt keine Alternative. Denn jede andere Entscheidung hätte die Kommunal- politiker im Regen stehen lassen und die Politikverdrossenheit der Bürger weiter gesteigert. Besonders die Bewohner des Ortskerns können aufatmen, dass der lästige Durchgangsverkehr bald in einer großen Schleife um Bodenheim herum gelenkt werden kann. Damit bietet sich die einmalige Chance, wie von Ortsbürgermeister Thomas Becker-Theilig angekündigt, den innerörtlichen Verkehr kritisch unter die Lupe zu nehmen, über eine Neuordnung mit Einbahnstraßen und Quartiersparkplätzen nachzudenken. Hoffentlich gehen bis zur Realisierung dieser Pläne nicht wieder Jahrzehnte ins Land. 

Die Artikelverlinkung erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Verlagsgruppe Rhein Main GmbH & Co. KG

 

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