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12.01.2016, 18:44 Uhr
Sport in Bodenheim - eine (immer noch un-)endliche Geschichte

Das Gute zuerst

Bodenheim ist eine sportbegeisterte Gemeinde - und das schon sehr sehr lange. Hier wird Fußball und Handball gespielt, geturnt, getanzt, Gymnastik betrieben, geritten, voltigiert, geangelt, geschossen, Rad gefahren, gejoggt, gewalkt, Tennis und Tischtennis gespielt und und und. Mitgliederstarke Vereine organisieren das Alles, soweit nicht der Eine oder die Andere auf eigene Faust am Rhein oder in den Weinbergen unterwegs ist.

Der älteste und größte Sportverein weist mit seinem Gründungsjahr 1848 auf den Anfang der Demokratie in Deutschland hin. Sport und Demokratie gehören von Anfang an zusammen. Das gilt auch für die weitere Entwicklung des organisierten Sports in Deutschland. Zwischen 1900 und 1910 wurde der Fußball gesellschaftsfähig. Zahlreiche Fußballvereine weisen in ihrem Namen noch heute darauf hin: Schalke 04, Hamborn 07, Mainz 05 und eben unser VfB 09. Aber auch die "neueren" Vereine, z.B. der Ländliche Reit- und Fahrverein 1973, der Angelsportverein Bodenheim 1949, der Schützenverein 78 Bodenheim tragen maßgeblich zur Sportbegeisterung der Bodenheimer bei. 

Schaut man in die Chroniken der Vereine, liest man von guten und schlechten Zeiten, von fördernden und behindernden Rahmenbedingungen, von Verboten und Neugründungen. Die Bodenheimerinnen und Bodenheimer und damit selbstverständlich auch die Bodenheimer CDU möchten, dass heute und zukünftig gute und förderliche Rahmenbedingungen für den Sport herrschen. Dazu gehören zuvorderst die Sportstätten.

Sportstätten fehlen, sind zu klein, unterliegen Nutzungsbeschränkungen
und sind obendrein marode.

Das Sportgelände am Guckenberg stammt aus den späten 1970er Jahren. Damals hatte Bodenheim gerade einmal halb so viel Einwohner wie heute. Mit dem Ort sind auch die Vereine gewachsen. Die Kapazität des Sportgeländes reicht schon lange nicht mehr. Zahlreiche Trainingseinheiten sind in die Nachbargemeinden ausgelagert.

Die Halle wurde seinerzeit als "Sporthalle" konzipiert und gebaut sowie vom Kreis als solche mit entsprechender Nutzungsauflage bezuschusst. Zwar hat der Gemeinderat schon während des Baus den Namen in "Sport- und Festhalle" geändert, nicht aber die Baupläne. Von Anfang an waren Garderobe, WC-Anlage, Belüftung und Bewirtschaftung für Festveranstaltungen eigentlich zu klein geraten und sind es noch immer. Die Bodenheimer haben sich aber nichts daraus gemacht und trotzdem feste Feste gefeiert, Improvisation gehört hier bei uns zu den Primärtugenden. Dennoch: die Halle zeigte schon bald weitere Probleme, an vielen Stellen regnete es rein und an anderen entweicht die warme Luft. Behördliche Auflagen (Lärmschutz in der Halle, davor und am Spielfeld) sowie von Anliegern durchgesetzte Nutzungseinschränkungen (keine Discoveranstaltung), Probleme bei der Sanitärinstallation und und und. Spätestens seit den 1990er Jahren besteht Handlungsbedarf.

Immer noch keine Lösung in Sicht

Nach intensiver Situationsanalyse hat die CDU das Sportkonzept 2000 entwickelt und zur Diskussion gestellt. Danach sollten die Sportstätten in ausreichend großer Dimension im Bürgel so errichtet werden, dass eine Halle zugleich als Festhalle nutzbar sein würde. Finanziert werden sollte das Vorhaben durch den Verkauf des Geländes am Guckenberg, auf dem Wohnungen entstehen sollten. Es gab auch einen Projektpartner, der das Gesamtvorhaben gemanagt hätte, einschließlich der Finanzierung. Das Projekt ist - wie ein Blick zum Guckenberg zeigt - gescheitert und wird so auch nie wieder auferstehen. Über die Gründe des Scheiterns zu spekulieren ist müßig. Es waren ganz bestimmt auch sachfremde Erwägungen dabei und irgendwer - sicher nicht die Sportler - wird auch einen Vorteil vom Scheitern des Vorhabens gehabt haben.

Die finanzielle Situation der Ortsgemeinde Bodenheim ist seit mehr als 10 Jahren äußerst schwierig. Damals hatte ein Unternehmen seinen offiziellen Firmensitz ins Ausland verlegt und Bodenheim hat die Gewerbesteuereinnahmen verloren. Durch die anhaltend gute wirtschaftliche Situation ist es inzwischen möglich den kommunalen Entschuldungsfond zu verlassen, trotzdem bleibt die Lage angespannt. Der Schuldenstand Bodenheims ist, trotz sprudelnder Steuereinnahmen, immer noch beachtlich. "Große Sprünge" sind in Bodenheim zur Zeit wohl kaum möglich und was die Kommunalaufsicht durchwinkt und was nicht, hängt von mehr als dem Kontostand ab. Trotzdem muss sich Politik, müssen Verwaltung und Gemeinderat sich mit der Zukunft beschäftigen. Nach langen und schwierigen Verhandlungen hat der Gemeinderat den Bürgel als Zukunftsstandort für Sport in Bodenheim bestimmt. Dort sollen die Sportstätten im Rahmen eines Stufenplans entstehen. Der Gemeinderat hat, auf Antrag der CDU, in 2014 ein Konzept für eine stufenweise Entwicklung erstellen lassen. Der erste mögliche Schritt, ein Hallenbau durch den TVB ist jetzt leider vom Tisch. Deshalb muss das Konzept überprüft und die möglichen nächsten Schritte angepasst werden.  Zwischenzeitlich muss der Sport trotzdem weiter möglich sein. Deswegen hat die CDU auch verschiedene Maßnahmen am Guckenberg - z.B. Sanierung der Spielfelder durch Erneuerung und Einbau von Kunstrasen - mitgetragen. Die strukturellen Probleme, dass nämlich zu wenig Platz vorhanden ist, die Einrichtungen mindestens zum Teil eigentlich einer Generalsanierung (kaum billiger als Neubau) bedürfen und die restriktiven Auflagen alle noch da sind, sind weiterhin ungelöst. So stellt sich die CDU die Zukunft des Sports in Bodenheim nicht vor. Was die CDU will, ist ein Plan aus dem hervorgeht, was - wann - von wem und wie geschieht, damit der Sport zu angemessenen Bedingungen ausgeübt werden kann und damit Bürger und Sportler nachvollziehen können, ob an der Zukunft gearbeitet oder nur geredet wird.

Was gar nicht geht

Ziele liegen in der Zukunft und über die Wege dorthin darf man diskutieren, in der Demokratie auch streiten. Aber immer sachlich und fair, bitte immer auch persönlich wertschätzend und nicht verleumderisch sondern mit offenem Visier und dabei immer auch Chancengleichheit und den Gegenstand der Auseinandersetzung im Auge behaltend.

Flugblätter mit dem eigenen Standpunkt und Kritik am politischen Konkurrenten zu verteilen, ist ein ganz normales Verfahren und wird in der Regel - auch in Bodenheim war das bis jetzt so - mit einem Gegenflugblatt beantwortet. Eine andere Qualität bekommt die Sache, wenn der Bürgermeister in dieser Funktion ex cathedra "… Kritiker … eindringlich davor [warnt,] die Gemeindespitze ... zu kritisieren". So geht das nicht. Die Aufgaben des Bürgermeisters sind in der Gemeindeordnung, den Satzungen der Gemeinde und in der Geschäftsordnung geregelt. Nicht dazu gehören Belehrungen, Warnungen, Beschimpfungen, die ohne Ankündigung des Gegenstandes in der Tagesordnung und ohne Aussprache im öffentlichen Teil verlesen und protokolliert werden. Deswegen hat die CDU-Fraktion Dienstaufsichtsbeschwerde eingereicht. Wer austeilt, muss auch einstecken können. Aber es muss auch möglich sein, etwas zum Einstecken rüber zu reichen. Daran muss sich auch der Bürgermeister halten und darf seine Stellung als Sitzungsleiter nicht missbrauchen.

Ausblick

Die CDU möchte zum Gegenstand der Auseinandersetzung, der Zukunft des Sports in Bodenheim, zurückkommen und in der Diskussion das für Bodenheim bestmögliche Ergebnis herausarbeiten, um es dann im Rahmen der gemeindlichen Möglichkeiten und natürlich mit Unterstützung des Landkreises ohne Verzögerung umzusetzen.

Der kurze Rückblick auf die Geschichte sollte dem besseren Verständnis der einen oder anderen Seite dienen, mehr aber noch klar machen, dass es ohne Verständigung der Beteiligten und Betroffenen untereinander mehr Verlierer als Gewinner geben wird und dass ein rechthaberisches Verharren in der Vergangenheit nicht zum Ziel führt. Die CDU ist zum Dialog bereit.

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