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02.10.2017, 08:57 Uhr
Deutsche Einigung ist und bleibt ein einzigartiges Vereinigungsprojekt
Tag der Deutschen Einheit / 3. Oktober 2017
"Die bewegenden Bilder aus den Tagen der friedlichen Revolution haben wir alle noch vor Augen: Über Jahrzehnte festgefügte Grenzen, die plötzlich offen sind. Menschen, die anderen vollkommen unbekannten Menschen vor Freude in die Arme fallen. Über Jahrzehnte getrennte Familien, die vereint werden. Tränen der Freude, ungezügelte Emotionen – auch in der deutschen Botschaft in Prag bei der Nachricht über die mögliche Ausreise. Das sind die Bilder aus den Novembertagen des Jahres 1989, die Geschichte geschrieben haben", so die Landes- und Fraktionsvorsitzende der CDU in Rheinland-Pfalz, Julia Klöckner MdL, anlässlich der Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit.
 
Klöckner: "Das war der Ausgangspunkt für das, was dann am 3. Oktober 1990 offiziell vollzogen wurde: Deutschlands Wiedervereinigung – ein Ziel, das die Union im Gegensatz zu vielen anderen nie aufgegeben hatte. Dieses Festhalten an der Einheit Deutschlands war die Grundvoraussetzung dafür, dass wir die unnatürliche Trennung Deutschlands überwinden konnten. Gerade in diesem Jahr sind wir uns dessen bewusster denn je, denn es war ein rheinland-pfälzischer Christdemokrat, der immer an die Wiedervereinigung und an die Überwindung des geteilten Deutschland glaubte und dafür kämpfte: Unser, im Juni verstorbener Kanzler der Einheit, Dr. Helmut Kohl. Er hat die sich bietende Chance erkannt, er wusste um das kleine Zeitfenster und er hat beherzt gehandelt. Deshalb ist er der Kanzler der Einheit. Für ihn war die Richtung der friedlichen Revolution klar. Ziel war das geeinte Deutschland."
 
Heute, so Klöckner, 27 Jahre nach der Wiedervereinigung, sei diese für viele Menschen eine Selbstverständlichkeit, in einem demokratischen und weltoffenen Land in Frieden und Freiheit leben können: "Aber es ist wichtig, dass wir uns dessen bewusst sind und daran erinnern, dass es auch anders sein kann. Viele Millionen einzelne Lebenschancen und -Schicksale wurden durch ein diktatorisches System beschnitten, Unglück und Trauer, auseinander gerissene Familien, Angst und Einschüchterungen im Namen einer unmenschlichen Ideologie lagen wie eine schwarze Wolke über dem einen, und doch getrennten Volk. Erst wenn die Freiheit nicht mehr da ist, erkennen viele, was sie wirklich wert ist. Demokratie wurde von vielen mutigen Männern und Frauen hart erkämpft, und es ist unsere Aufgabe, sie zu bewahren. Eine solch lange Epoche des friedlichen und freundschaftlichen Zusammenlebens und -arbeitens, wie wir sie nun schon seit Jahren erleben dürfen, ist nicht selbstverständlich. Bei aller berechtigter Kritik an zu viel Bürokratie und Regulierung gibt es deshalb auch zur europäischen Einigung keine bessere Alternative. Es lohnt sich, für das vereinte Europa zu werben, bei Jung und bei Alt, gerade jetzt. Europa ist bei all seinen Schwächen und Fehlern ein einzigartiges Friedensprojekt. Die Gründermütter und -väter waren sich einig in der Überzeugung, dass gefestigte Demokratien, eine erfolgreiche soziale Marktwirtschaft und die feste Verankerung und Zusammenarbeit in gemeinsamen institutionalisierten Strukturen die besten Garanten für dauerhaften Frieden sind. Das gilt bis heute. Und es gilt umso mehr vor dem Hintergrund aufkeimender nationalistischer und europafeindlicher Strömungen."
 
Die deutsche Einigung sei, so Klöckner – mit all ihren Herausforderungen – ein einzigartiges Vereinigungsprojekt. Es sei nicht einfach gewesen, aus zwei Staaten einen zu machen. Dafür habe es keine Betriebsanleitung gegeben.
 
Klöckner: "Die ostdeutschen Länder haben sich zu starken Regionen entwickelt. Das ist einer gemeinsamen Anstrengung zu verdanken. Ich habe Hochachtung vor dem Mut der Menschen in den neuen Bundesländern, die sich in der Wendezeit zu Hunderttausenden dem SED/Stasi-Regime entgegengestellt und in den nicht leichten Jahren danach den vielen Herausforderungen aus dem Zusammenwachsen der beiden deutsche Staaten gestellt haben. Mein Dank gilt aber auch den Menschen in den alten Bundesländern, die auf vielfältigste Weise geholfen haben, den Prozess der Wiedervereinigung zu gestalten."
 
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