08.02.2018, 06:31 Uhr | AZ Mainz/Kathrin Damwitz
Debatte um fehlende Kita-Plätze im Bodenheimer Gemeinderat
Nachdem in der Ortsgemeinde Vorwürfe laut geworden waren, die Verantwortlichen hätten den Bedarf an Kita-Plätzen falsch eingeschätzt und demzufolge die neuen Kitas zu spät geplant, sah sich Ortsbürgermeister Thomas Becker-Theilig (SPD) in der jüngsten Gemeinderatssitzung zu einer Klarstellung veranlasst. Auch die Beigeordneten Thomas Glück und Johannes Schöller (beide SPD) gaben einen Überblick und äußerten sich zum Sachstand. Johannes Schöller präsentierte detailliert die Daten seit 2015, als sich unter der Ägide der damaligen Beigeordneten Ingrid Kerz (CDU) abgezeichnet hatte, dass bereits 56 Kita-Plätze fehlten.
 
Um den steigenden Bedarf an Kitaplätzen zu decken, hat die Ortsgemeinde mehrere Anbau- und Neubauprojekte angestoßen. Die erweiterte "Schatzkiste" am Kuemerling ist zu sehen. Foto: hbz/Sämmer
Es folgten Gespräche mit der Kreisverwaltung, die den Bedarf vor Ort als nicht gegeben erachtete. Es habe Monate gedauert, bis das Jugendamt den "Fehlbedarf anerkannt" habe, sagte Schöller. Dieser wurde im November 2016 mit 150 Plätzen beziffert. Ein erster Standortvorschlag der Bodenheimer für einen Kita-Neubau am Rande des Gebietes "Ahlen" stieß in der Ingelheimer Kreisverwaltung nicht auf Gegenliebe, da dieser mitten in einer Grünanlage entstanden wäre. So sei es zum jetzigen Neubau-Standort "Leidheckenweg" gekommen. Die Einrichtungen "Schatzkiste" und "Wühlmäuse" wurden und werden erweitert und aufgewertet. "Wir ziehen uns nicht den Schuh an, dass wir Fehler gemacht haben in Sachen Kindertagesstätten", brachte Thomas Becker-Theilig seinen Unmut über "Gerüchte und die negative Stimmung im Ort", mit verbreitet auch von einigen den Ratsfraktionen nahestehenden Bürgern, auf den Punkt. Schöller ergänzte, dass in Bodenheim, anders als in anderen Kommunen, die Eltern 80 Prozent der Einjährigen in Kitas betreuen lassen und 90 Prozent der Zweijährigen. Auch die Suche nach Personal auf dem leer gefegten Markt für Erzieher gestaltete sich schwierig, doch mittels Werbespots und Werbefilmen sei es gelungen, die Fachkräfte für Bodenheim zu gewinnen.
 
"Das alles waren kräfteraubende Bemühungen", resümierte Thomas Becker-Theilig und meinte damit auch die aufwändigen Planungen für Neu- und Anbauten, die die ehrenamtliche Politik zu stemmen habe. Nicht zu vergessen die Beschwerden einiger Eltern beim Bürgerbeauftragten, die Arbeit bescherten. "Fakt ist: Der Mangel an Kitaplätzen in Bodenheim wurde nicht von uns verschuldet und war nicht absehbar", brachte Thomas Becker-Theilig das Thema nochmals auf den Punkt. Er appellierte an die Ratsmitglieder, sich ihrer politischen Verantwortung bewusst zu werden.
 
"Pauschale Kritik ist immer ganz schlechter Stil", konterte Wolfgang Kirch (CDU), und Franz Josef Kerz (FWG) hielt Becker-Theilig vor, Vorwürfe "ins Blaue hinein" zu formulieren. "Das ist nicht in Ordnung", sagte ein verärgerter Kerz. Kirch ergänzte, er halte daran fest, "dass die SPD noch ein Kita-Gutachten gefordert hat, als Ingrid Kerz schon längst die fehlenden Plätze belegt hat". Bei vernünftiger Planung seitens der Verwaltung hätte klar sein müssen, dass die Gesetzesänderung 2013 mit Rechtsanspruch auf einen Platz schon für Einjährige der Gemeinde "zwei zusätzliche Jahrgänge" bescheren würde. Auch das Nutzerverhalten der Eltern sei lange bekannt gewesen.

Die Artikelverlinkung erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Verlagsgruppe Rhein Main Gmbh & Co. KG
 
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