CDU Ortsverband Bodenheim

Umzug ins alte Gerätehaus der Feuerwehr?

Über kurz oder lang muss der Bodenheimer Jugendtreff wegen eines Neubaus geräumt werden. Der Beigeordnete Schöller will nach Ostern mit den Jugendlichen über Alternativen sprechen.

BODENHEIM - Wo kann der noch im alten Bahnhof untergebrachte Jugendtreff der Gemeinde eine neue Bleibe finden? "Wir möchten nach Ostern bis zu drei Standorte vorschlagen und mit den Jugendlichen darüber diskutieren", erklärt der für den Geschäftsbereich Jugend zuständige Beigeordnete Johannes Schöller (parteilos) das weitere Prozedere. Auch CDU und FWG äußern sich zu dem kommunalpolitischen Thema, nachdem Eigentümer von Bierbrauer seine Pläne über den Bau eines Wohn- und Geschäftshauses unter Einbeziehung des alten Bahnhofs in der AZ erläutert hat (wir berichteten).
 
Der alte Bodenheimer Bahnhof, derzeit auch als Jugendtreff genutzt, soll in ein mehrstöckiges Wohn- und Geschäftshaus integriert werden. Die Gemeinde sucht daher neue Räumlichkeiten für die jungen Leute, CDU und FWG fordern ein Konzept.Foto: hbz/Michael B
"Die zentrale Lage ist entscheidend"
Johannes Schöller erteilt Jugendtreff-Neubauplänen eine klare Absage ("Dazu sind wir finanziell nicht in der Lage"), spricht aber von "laufenden Verhandlungen und Gesprächen" über die Nutzung bestehender Räumlichkeiten in der Gemeinde. "Die zentrale Lage ist für mich entscheidend", verweist er auf die vor über zehn Jahren getroffene Entscheidung, den Jugendtreff im verkehrsgünstig gelegenen früheren Bahnhof anzusiedeln. Schöller, damals als erster Jugendpfleger der Ortsgemeinde tätig, erinnert sich noch genau an die damalige Standortsuche, einige Jahre nach der "Spacehouse"-Schließung im Dolleskeller. Auch das Haus der Vereine, das Haus Friesenecker und eine frühere Wohnung am Bahnhof seien damals im Gespräch gewesen.
Aktuelle mögliche Standort-Optionen will er, wie Ortsbürgermeister Thomas Becker-Theilig (SPD), nicht nennen. Zeitlichen Druck verspüre er auch nach der Reduzierung der Kündigungsfrist von sechs auf drei Monate nicht, denn der Jugendtreff-Vermieter von Bierbrauer habe eine Nutzung bis Ende 2019 zugesagt: "Sollte aber dennoch eine kurzfristige Lösung nötig sein, müssten wir über Container nachdenken." Das Thema Jugendtreff stehe nach Fastnacht in der neuen Sitzungsrunde der Ortsgremien auf der Tagesordnung, informiert der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Jens Mutzke.
"Der Jugendtreff Bodenheim, unter unserem damaligen Ersten Beigeordneten realisiert, ist das Ziehkind der FWG. Wir werden uns aktiv einbringen, um den Jugendtreff weiterzuführen", heißt es in einer Stellungnahme der FWG-Fraktion im Gemeinderat. Und weiter: "Wir dürfen nicht nur in neue Kitas investieren, um gesetzliche Vorgaben zu erfüllen, sondern auch in unsere heranwachsenden Kinder."
Die FWG steht den Neubauplänen am Bahnhof mit der Schaffung von Mietwohnungen positiv gegenüber, hält es allerdings für wenig realistisch, dass die Gemeinde dort Räumlichkeiten für einen neuen Jugendtreff anmietet, "da die Mietpreise für ein solches soziales Konzept ein anderes Niveau haben". Gefunden werden müsse eine auf den aktuellen Bedarf angepasste neue Bleibe für den Jugendtreff, auch im Rahmen eines langfristigen Gesamtkonzepts unter Bewertung möglicher Synergien, heißt es. Und: "Mit den Jugendlichen muss darüber gesprochen werden." Die aktuell zur Verfügung stehende Jugendtreff-Nutzfläche umfasst 100 Quadratmeter. Konkrete Standortvorschläge macht die FWG nicht.
Eine Lanze für den Fortbestand des Jugendtreffs auch nach der bevorstehenden Kündigung für den alten Bahnhof bricht auch die CDU. "Aber neben einer neuen Räumlichkeit für den Jugendtreff ist uns die Überprüfung des Konzepts und des Umfangs der personellen Betreuung wichtig", konkretisiert der CDU-Ortsbürgermeisterkandidat Wolfgang Kirch, "ohne derzeit ein bis zum Ende durchdachtes Konzept vorlegen zu können".
Die Räumlichkeiten im alten Feuerwehrgerätehaus seien geeignet, um ein Areal zu schaffen, "das über einen reinen Jugendtreff hinausgeht", meint die CDU.
In ihrem Wahlprogramm für die Kommunalwahl im Mai spricht die Partei von der "Einrichtung eines Jugendcafés". Räumlichkeiten, die als Jugendtreff-Alternative für alle Jugendliche und auch für Kerbejahrgänge offen seien, könnten genutzt werden für Feierlichkeiten und Treffen aller Art.
 
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